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Land & Leute: Lucie Kölsch - Pionierin der Landespolitik

Lucie Kölsch mit Karl Thorwirth, ehemaliger PGF und Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion. Quelle: Landtag

Politisch, sozial und kulturell engagiert war Lucie Kölsch und hinterließ so ihre Spuren in Rheinland-Pfalz. Die LpB stellt die Landespolitikerin heute in der Reihe Land & Leute vor. Anläßlich des Internationalen Frauentages am 8. März werden an dieser Stelle verdiente Rheinland-Pfälzerinnen porträtiert.

Politisch in Worms aktiv und der Stadt verbunden

Geboren wurde Lucie Kölsch am 4. Februar 1919 in Worms, wo sie am 5. Dezember 1997 auch verstarb. Dazwischen lag ein bewegtes Leben. Sie engagierte sich schon früh bei den Kinderfreunden und im Arbeiter-Turn-und Sportbund in ihrer Heimatstadt. Nach der Mittleren Reife machte sie eine Ausbildung als Industriekauffrau, nach ihrer Hochzeit mit Ludwig Kölsch lebte sie während der Kriegsjahre in Swinemünde.

Politisch tätig wurde sie kurz nach ihrer Rückkehr in die Heimat. 1946 zog sie wieder nach Worms, trat in die SPD ein und zog 1948 in den Stadtrat ein. Der Wiederaufbau und die Versorgung der Bevölkerung waren die Themen dieser Zeit, denen sich Lucie Kölsch widmete. Ihre Schwerpunkte lagen im sozialen und kulturellen Bereich.

Pionierin der Landespolitik und "Frau der ersten Stunde"

Lucie Kölsch wurde 1957 als eine von wenigen Frauen in den rheinland-pfälzischen Landtag gewählt, wo sie bis 1977 politisch aktiv war - unter anderem als Mitglied des Fraktionsvorstandes der SPD-Landtagsfraktion. Zudem war sie Mitglied des Landesvorstandes und des Parteirates der SPD.

Aus dem Wormser Stadtrat schied sie 1960 aus, ohne aber die Belange ihrer Heimatstadt aus den Augen zu verlieren. Lucie Kölsch engagierte sich besonders in der Schulpolitik und in Fragen der Vorschulerziehung. Die Gemeinschaftsschule und Schulgeldfreiheit sowie die gemeinschaftliche Lehrerbildung in Rheinland-Pfalz waren dabei ihre Themen.

Die LpB zählt Lucie Kölsch in ihren Blättern zum Land zu den "Frauen der ersten Stunde".

Lucie Kölsch wurde von der SPD-Landtagsfraktion als erste Frau im Landtag zur stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden gewählt (1967-1970). Sie war damit auch im Parlament eine Pionierin. 1975 wurde mit Maria Herr-Beck bei der CDU-Landtagsfraktion eine Frau stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Bei den Grünen war die Fraktionsspitze mit ihrem Einzug in den Landtag 1987 mit Gisela Bill als Fraktionsvorsitzende weiblich besetzt. Und bei der FDP-Landtagsfraktion wurde mit Nicole Morsblech 2001 eine Frau als stellvertretende Fraktionsvorsitzende gewählt.

Ehrenring der Stadt Worms

Für ihre besonderen Verdienste um das Gemeinwohl wurde Lucie Kölsch im Jahre 1974 mit dem Ehrenring der Stadt Worms ausgezeichnet. Zudem wurde ihr zu Ehren die städtische Jugendmusikschule nach ihr benannt.

Eine Gedenkrede des Wormser Oberbürgermeisters Michael Kissel anlässlich des 10. Todestages im Jahre 2007 finden Sie hier.

Weitere Infos der Stadt Worms über Lucie Kösch finden Sie hier.

SWR-Buchtipp: Frauen in Rheinhessen - 1816 bis heute (auch über Lucie Kölsch)