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Faire Welten: Für nachhaltiges Wirtschaften ist es höchste Zeit - Messe vom 18. bis 20. März

Moderator Michael Frein sprach mit Stephan Jacobi, Alexander Bauer, Ralf Lokay und Gerhard Becker (von links) über nachhaltiges Wirtschaften. Fotos: Klaus Neuhaus

Prof. Dr. Katharina Spraul (vorne links) hielt den Einführungsvortrag.

 „Wenn alle Menschen auf der Welt so leben würden wie wir in Deutschland, dann bräuchten wir 3,1 Erden.“ Ein drastischer Vergleich, mit dem Moderator Michael Frein im Landesmuseum Mainz ins Thema einführte: „Faire Welten? Unternehmen zwischen Markt und Verantwortung“ hieß der Diskussionsabend zum Auftakt der Messe „Faire Welten“, die von Samstag, 18. März, bis Montag, 20. März, Teil der Rheinland-Pfalz-Ausstellung auf dem Messegelände in Mainz-Hechtsheim sein wird. Zum 4. Mal schon. 

Eine andere vom Moderator aufgerufene Zahl lässt ebenfalls aufhorchen: „In Deutschland ist in den vergangenen Jahrzehnten 40 Prozent der Biodiversität verloren gegangen“, sagte er. Höchste Zeit also, um mit nachhaltigen Konzepten dafür zu sorgen, dass nachfolgende Generationen ihre Bedürfnisse ebenfalls noch leben können. „Intergenerationelle Gerechtigkeit“ nannte dies Prof. Dr. Katharina Spraul.  Die Wirtschaftsprofessorin erforscht am jungen Lehrstuhl "Sustainabilitiy Management" an der Technischen Universität Kaiserslautern Konzepte für nachhaltiges Wirtschaften: „Wir wollen die Welt retten“, definierte sie in ihrem Einführungsvortrag das Ziel. Dies sei der gemeinsame Nenner für Menschen, Gruppen, Institutionen, die sich dem nachhaltigen Wirtschaften verschrieben haben. Um das Ziel zu erreichen, seien viele kleine Schritte nötig, die am Ende zum großen Wurf werden können.

Wissen in konkrete Schritte umsetzen

Zudem müsste ein breites Bewusstsein für die Probleme geschaffen werden und die Menschen müssten das Wissen dann auch in konkrete Schritte umsetzen. Von den Vereinten Nationen gibt es die sogenannten „Sustainable Development Goals“, 17 Punkte zur nachhaltigen Entwicklung auf der Erde: „Nur ein Prozent der Unternehmen wollen alle 17 Punkte erfüllen. Die anderen picken sich die Rosinen heraus“, sagte Spraul.

Wie sich nachhaltig wirtschaften und trotzdem Geld verdienen lässt, darüber diskutierten vier Wirtschaftsfachleute, die sich der Nachhaltigkeit verschrieben haben: „Es geht nur über den Preis“, sagte zum Beispiel Gerhard Becker. Der Geschäftsführer der Vereinigung MaxTex, in der sich Textilunternehmen um nachhaltige Produktion und Vertrieb von Kleidung bemühen, findet, dass Firmen die sich um Nachhaltigkeit und faire Bedingungen bemühen, unterstützt werden müssten. Zum Beispiel durch Steuernachlässe. Nur so könnten die Produkte auch zu wirtschaftlichen Preisen verkauft und die Kunden überzeugt werden. Alexander Bauer, Geschäftsführer bei purvegan, einem Hersteller von veganen Lebensmitteln, setzt angesichts der heutigen höheren Kosten für nachhaltige Produkte auf Überzeugung: „Man muss den Menschen näherbringen, was das später mal kostet, wenn wir nicht nachhaltig handeln.“

Leuchttürme finden und fördern

Ganz unterschiedliche Professionen repräsentierten die Teilnehmer der Podiumsdiskussion. Neben Becker und Bauer war da zum Beispiel noch Stephan Jacobi. Er kommt ursprünglich vom Holzbau. Mit seiner Zimmerei bietet er schon seit Gründung 1990 ökologischen Holzbau an: „Das kommt von innen“, nannte er seine Motivation. Er nutzte früh Elektroautos im Betrieb. Dies führte dann zum zweiten Wirtschafszweig: jacobi emobile ist Vertragshändler für das Elektroauto Mia. Ralf Lokay ist Inhaber der gleichnamigen Druckerei und bietet zertifizierten Umweltdruck an – emissionsarm und ressourcenschonend. Für ihn ist wichtig: „Es müssen Leuchttürme gefunden und für Nachahmer gesorgt werden.“ Damit sich die nachhaltige Wirtschaftsweise durchsetze.

Landeszentrale auf der Rheinland-Pfalz-Ausstellung

Eingeladen zu dem Abend hatten die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz, das Innenministerium des Landes und die „Engagement Global gGmbH“, die auch gemeinsam für die Ausstellung verantwortlich zeichnen. Die „Faire Welten“ bietet vom 18. Bis 20. März in Halle 7a eine Vielfalt von Ausstellern die zeigen, dass man nachhaltig arbeiten und dennoch Geld verdienen kann. Es gibt schöne und nützliche Dinge, Musik aus aller Welt, Mode für Groß und Klein, Kosmetik, Lebensmittel, Energie, Mobilität und vieles mehr. Mittags gibt es Fairtrade Kochshows, zudem ist eine Upcycling Werkstatt aktiv.

Mehr zum Programm und zur Ausstellung auf  http://www.fairewelten-messe.de/fuer-besucher/

Die Landeszentrale für politische Bildung ist zudem während der gesamten Rheinland-Pfalz-Ausstellung mit einem Stand vertreten. In Halle 5, Stand 515, gibt es viele Publikationen, Broschüren und Infoschriften.