LpB-Rheinland-Pfalz

Am Kronberger Hof 6
55116 Mainz

 Kontakt

Telefon/Fax:
Tel.: 06131 - 16 29 70
Fax: 06131 - 16 29 80

Bürozeiten:
Mo-Do: 8-16 Uhr,
Fr: 8-13 Uhr

E-Mail:
Mail an die LpB-Rheinland-Pfalz

Zum Equal Pay Day

Frauen und Männer verdienen das Gleiche. Tun sie aber nicht.

Wie groß ist der Lohnabstand zwischen Frauen und Männern wirklich?

Die unterschiedliche Bezahlung von Männern und Frauen ist in Deutschland seit 2008 Thema des  "Equal Pay Day" (Tag für Entgeltgleichheit), der 1966 in den USA ins Leben gerufen wurde. Im Mittelpunkt des diesjährigen Jahrestages, der am 18. März stattfindet, steht die Transparenz der Einkommen von Frauen und Männern im Mittelpunkt.

Um den durchschnittlichen Jahreslohn von Männern im Vorjahr zu erhalten müssten Frauen 77 Tage länger – also bis zum 18. März – arbeiten. Dieser Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern, der sogenannte „Gender Pay Gap“ (geschlechtsspezifische Lohnabstand), berücksichtigt die durchschnittlichen Gehälter von Frauen und vergleicht diese mit denen von Männern. Insgesamt verdienen Frauen mit einem durchschnittlichen Bruttostundenlohn von 16,20 Euro 21 Prozent weniger als Männer, deren Bruttostundenlohn bei 20,59 Euro liegt. Der berechnete jeweilige Durchschnittslohn ist dabei unabhängig von beruflicher Position, Branche oder Arbeitsvertrag; deshalb, wird vom „unbereinigten“ Lohnunterschied *) gesprochen. Hier liegt der Lohnunterschied stabil bei ca. 21 Prozent zugunsten von Männern.

In der öffentlichen Diskussion um den Lohnabstand steht jedoch noch eine zweite Zahl im Raum. Danach liegt der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern nur bei  7 Prozent, wenn die strukturellen Unterschiede auf dem Arbeitsmarkt herausgerechnet werden.

Dieser sogenannte „bereinigte“ Lohnunterschied *) entsteht, wenn nur Löhne und Gehälter von Männern und Frauen zugrunde gelegt werden, deren Berufe und Lebenssituationen miteinander vergleichbar sind. Hier werden allerdings z.B. Teilzeitbeschäftigungen, weniger Berufserfahrung und familienbedingte Erwerbsunterbrechungen nicht eingerechnet.

Aspekte, die – ob bereinigter oder unbereinigter Lohnunterscheid – die öffentliche Diskussion weiter beschäftigen:

Berufswahlverhalten: Die Tatsache, dass Frauen und Männer mehrheitlich noch immer eine unterschiedliche Berufswahl treffen und die bevorzugt von Frauen erlernten Berufe schlechter bezahlt werden, spielt bei dem „bereinigten Lohnunterschied“ keine Rolle. siehe Grafik Teilzeitarbeit, Seite 17  Stat. Bundesamt))

Führungspositionen: Obwohl Frauen seit Jahren hochqualifizierte Ausbildungen vorweisen, ist ihr Anteil an besser bezahlten Führungspositionen – daran gemessen – gering und ein Faktor, der ebenfalls eine Rolle für den unbereinigten Lohnunterscheid spielt. siehe Grafik Teilzeitarbeit, Seite 17, Stat. Bundesamt))

 
Die Reduzierung von Arbeitszeit und die damit verbundene geringere Präsenz am Arbeitsplatz gehen nicht nur einher mit einem geringeren Lohn, sondern auch mit eingeschränkteren Aufstiegschancen. (siehe Grafik Teilzeitarbeit, Seite 15 PDF  Stat. Bundesamt))

u.a.m.

* ) Der Gender Pay Gap ist die Differenz des durchschnittlichen Bruttostundenverdienstes der Frauen im Verhältnis zum Bruttostundenverdienst der Männer. Es stehen dabei zwei Indikatoren mit unterschiedlicher Intention zur Verfügung:

Der unbereinigte Gender Pay Gap vergleicht den Durchschnittsverdienst aller Arbeitnehmer beziehungsweise Arbeitnehmerinnen in allgemeiner Form miteinander. Mithilfe des unbereinigten Gender Pay Gap wird auch der Teil des Verdienstunterschieds erfasst, der durch schlechtere Zugangschancen von Frauen hinsichtlich bestimmter Berufe oder Karrierestufen verursacht wird, die möglicherweise ebenfalls das Ergebnisbenachteiligender Strukturen sind.

Der bereinigte Gender Pay Gap hingegen misst den Verdienstabstand von Männern und Frauen mit vergleichbaren Qualifikationen, Tätigkeiten und Erwerbsbiografien. Aufgrund umfassenderer Datenanforderungen kann der bereinigte Gender Pay Gap nicht jährlich ermittelt werden.

Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 16. März 2015