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Der Erste Weltkrieg – regionale Perspektiven

Ein Internationales Symposium nahm sich einem weithin vernachlässigten Feld der Forschung zum Ersten Weltkrieg an. Erstmals sollte die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts international vergleichend in ihren landesgeschichtlichen Dimensionen ausgeleuchtet werden.
Einerseits war danach zu fragen, wie sich die zentralen Ereignisse des Krieges in den Regionen – vor allem im heutigen Rheinland-Pfalz – abbildeten. Andererseits wurde thematisiert, welche Auswirkungen der Erste Weltkrieg auf regionale Identitäten hatte, wie diese sich veränderten, verfestigten oder gar ganz auflösten.
Untersucht wurde dazu das Kriegserlebnis an der Front sowie die literarische Verarbeitung des Krieges in der Heimat. Zuletzt wurde behandelt, welche Rolle regional spezifische Erfahrungen in den nationalen Erinnerungsdiskursen spielten.
Neben deutschen wurden auf der international besetzten Tagung auch britische, französische, österreichische und russische Perspektiven mit einbezogen werden.
Das Symposium wurde von Prof. Dr. Sönke Neitzel im Auftrag der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz durchgeführt.

Zum Tagungsbericht.

Zum Programm.

 

 

Vortragsreihe Zeitenwende. 100 Jahre Erster Weltkrieg

Der „Große Krieg“, wie die Engländer und die Franzosen sagen, markierte eine Zeitenwende mit unüberschaubaren politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Folgen. 2014 jährte sich zum 100. Mal der Ausbruch des Ersten Weltkriegs. In der Wahrnehmung der meisten Menschen ist er deutlich weniger präsent als der Zweite Weltkrieg. Das liegt sicherlich auch daran, dass die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg länger durch Zeitzeugen wachgehalten werden konnte. Vor allem aber ist die Beschäftigung mit der Zeit des Nationalsozialismus nach wie vor aktuell.

Allerdings kann diese wichtige Schwerpunktsetzung auf den Nationalsozialismus und seine Folgen dazu verleiten, die maßgebliche Bedeutung des Ersten Weltkrieg für die Geschichte des 20. Jahrhunderts zu unterschätzen. Inzwischen ist es zumindest in Fachkreisen unstrittig, im Ersten Weltkrieg die "Urkatastrophe" des 20. Jahrhunderts zu sehen.

Die Landeszentrale für politische Bildung hatte dieses bedeutende Datum daher zum Anlass genommen, in Kooperationen mit ausgewiesenen Experten durch unterschiedlichste Angebote der politischen Bildung auf die Bedeutung des Ersten Weltkriegs hinzuweisen. 

Das große Interesse für das Thema hat uns 2013/14 bestätigt. Allein zur Veranstaltung mit dem Historiker Christopher Clark (Die Schlafwandler) waren ca. 350 Besuchende erschienen. Hier die Einführung von Herrn Prof. Rödder: MP4-Videodatei des Vortrags (ca. 164MB)

Der U-Boot-Krieg und der Einsatz von Giftgas im Krieg, aber auch das Thema "Versailler Vertrag" sind nur zwei Themen, die erkennen lassen, dass die Jahrestage auch 2015 und die folgenden relevant waren.

Der Landesfilmdienst (medien.rlp) hat zum Thema "Erster Weltkrieg" ein Medienverzeichnis zusammengestellt, dass Sie hier einsehen und ggf. bestellen können.

Eine in Kooperation mit dem Leibniz-Institut für Europäische Geschichte veranstaltete Filmreihe widmete sich der visuellen Erinnerungskultur des Krieges. Der Erste Weltkrieg war nicht nur der erste Krieg, in dem die kriegsführenden Mächte bewegte Bilder zu Dokumentations- und Propagandazwecken einsetzten. Als „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ und erster industrialisierter Massenkrieg blieb er auch in den Jahrzehnten danach ständig im Film präsent und wurde zur Heldenverehrung, Propaganda und nationalen Mobilisierung ebenso genutzt wie für pazifistische und kosmopolitische Appelle.