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Gerty-Spies-Literaturpreis 2016 für Ulrich Peltzer

Der Schriftsteller Ulrich Peltzer erhielt 2016 den mit 5000 Euro dotierten Gerty-Spies-Literaturpreis der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz (LpB). Er erhielt die Auszeichnung als „unbequemer Schriftsteller und zugleich großer deutschsprachiger Erzähler, der narrative Kraft mit politischer Bewusstheit und scharfsichtiger Gegenwartsanalyse verbindet“. Die Preisübergabe an Peltzer fand am 27. September 2016 im Foyer des Landesfunkhauses des SWR in Mainz statt.

Als Autor verbindet Ulrich Peltzer Ästhetik und Engagement zu einer literarischen Zeitzeugenschaft, für die auch die Namensgeberin des Preises, Gerty Spies, mit ihrer Person und ihrem Werk einstand. Die Preisvergabe begründete die Jury wie folgt (Auszug): „Peltzers Romane garantieren aufregende Lektüre, aber sie sind keine Schmöker, sondern Laboratorien. In ihnen lotet der Autor die Möglichkeiten des urbanen Romans und des Erzählens in der Gegenwart aus. Dabei setzt er auf aufmerksame Lesende, die stets bereit sind, sich von alarmierenden Einsichten in unsere Gegenwart irritieren zu lassen. Besonders in seinen jüngsten Romanen ,Teil der Lösung´ (2009) und ,Das bessere Leben´(2015) reflektiert er erzählend Möglichkeiten und Grenzen individuellen politischen Engagements: hochpolitisch und präzise in der Analyse ihrer erzählten Welten – sei es derjenigen der Global Player aus den Chefetagen oder derjenigen des akademischen Prekariats. Mit hohem Ethos erzählt Peltzer vom Unbehagen als Bewohner eines Landes, das zum Überwachungsstaat tendiert – und einer globalisierten Welt, die zwischen Finanzkapital und Big Data aufgerieben wird.“

Ulrich Peltzer, wurde 1956 in Krefeld geboren, studierte Philosophie und Psychologie in Berlin, wo er seit 1975 lebt. Peltzer ist Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Seit 2015 ist er Direktor der Sektion Literatur der Berliner Akademie der Künste. Zu seinen Auszeichnungen zählen der Anna-Seghers-Preis, der Preis der SWR-Bestenliste, der Berliner Literaturpreis, der Heinrich-Böll-Preis und der Peter-Weiss-Preis.

Über den Gerty-Spies-Preis

Mit diesem Preis werden literarische Arbeiten zu gesellschaftspolitischen Themen gefördert. Seit 1996 verleiht die LpB den mit 5.000,- EUR dotierten Gerty-Spies-Literaturpreis.

Der Preis ist nach der 1897 in Trier geborenen Schriftstellerin Gerty Spies benannt worden. Als Jüdin wurde sie 1942 ins KZ Theresienstadt deportiert. Dort begann sie zu schreiben, um auch geistig zu überleben. Gerty Spies starb am 10. Oktober 1997 im Alter von 100 Jahren in München. Ausführlicher werden Sie in unserm Blatt zum Land, "Die Schriftstellerin Gerty Spies", informiert.

Bisher wurden mit dem Gerty-Spies-Literaturpreis ausgezeichnet:

  • Jean-Philippe Devise (1996)
  • Dr. Christiane Schmelzkopf (1998)
  • Gabriele Weingartner (2000)
  • Prof. Dr. Johano Strasser (2002)
  • Ruth Almog (2004)
  • Peter Härtling (2006)
  • Katja Lange-Müller (2008)
  • Dr. Juli Zeh (2009)
  • Günter Wallraff (2010)
  • Christoph Hein (2011)
  • Friedrich Christian Delius (2012)
  • Eva Menasse (2013)
  • Navid Kermani (2014)
  • Urusla Krechel (2015)
  • Ulrich Peltzer (2016)

Hier finden Sie die Satzung zur Vergabe des Gerty-Spies-Literaturpreises!

Ansprechpartner

Bernhard Kukatzki

E-Mail: bernhard.kukatzki(at)politische-bildung-rlp.de

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