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Vor 550 Jahren: Johannes Gutenberg - Erfinder des modernen Buchdrucks

Vor 550 Jahren, am 3. Februar 1468, starb Johannes Gutenberg in Mainz, so sagt man. Sein Geburtsjahr ist nicht dokumentiert, wahrscheinlich war es um das Jahr 1400. Aber auch sein Todestag ist historisch nicht gesichert. Sicher ist, Johannes Gutenberg, der Erfinder des modernen Buchdrucks, hat die Welt verändert. Mit dem "Gutenbergjahr 2018" wird Johannnes Gutenberg in diesem Jahr besonders gewürdigt.

Sein Buchdruck mit wiederverwendbaren, beweglichen Metall-Lettern und Druckerpresse ist nach Ansicht des Time-Life-Magazins die „bedeutendste Erfindung des Zweiten Jahrtausends“.

In Kaufmannsfamilie geboren

Geboren um 1400 in Mainz als Johann Gensfleisch zur Laden zum Gutenberg, dritter Sohn einer wohlhabenden patrizischen Kaufmannsfamilie, erhielt er seine Ausbildung wahrscheinlich in der Klosterschule Stift St. Viktor vor Mainz. Ob und wo er eine Universität besuchte ist nicht bekannt. Während der fortwährenden Auseinandersetzungen zwischen den Patriziern und Zünften in Mainz, die das politische Leben während der ersten Jahrzehnte des 15. Jahrhunderts bestimmten, verließ Gutenberg 1428 Mainz und zog 1434 nach Straßburg. Um ausstehende Rentenzahlungen der Stadt Mainz einzufordern, veranlasste er im März 1434 eine Schuldhaft des durchreisenden Mainzer Stadtschreibers Nikolaus Wörstadt, den er aber kurz darauf wieder entließ. Schließlich wollte er das Wohlwollen der Stadt Straßburg nicht gefährden. 1436 beglich Mainz schließlich die Schulden.

In Straßburg arbeitete Gutenberg unter anderem an der Herstellung von 1000 sogenannten  „Aachenspiegel“. Diese Pilgerspiegel bestanden aus einem kleinen Spiegel und einer reliefierten Platte (etwa 10 Zentimeter), die aus einer Zinnlegierung gegossen wurde. Deren serielle Produktion kann eine technische Entwicklungsstufe hin zum Letternguss für den Buchdruck gewesen sein. 1448 kehrte Gutenberg nach Mainz zurück und baute mit Hilfe eines Darlehens eine eigene Druckerei auf. Für den Buchdruck verwendete er bewegliche Lettern aus Metall, die wiederverwendbar waren. Mit ihnen revolutionierte er die europäische Medienwelt, da so erstmals eine Massenproduktion von Büchern möglich wurde.

Vorder- und Rückseite bedruckt

Das Drucken mit einer Presse ist Gutenbergs zweite originäre Erfindung. Es war nicht nur schneller, sondern ermöglichte auch das Bedrucken von Vorder- und Rückseite. Hätte man, wie in ostasiatischen Ländern und beim mittelalterlichen Drucken von Holzschnitten in Europa, den Reiberdruck beibehalten, wären bei europäischem Papier die Rückseiten durch die starke Reliefbildung und die Strapazierung des Papiers kaum zum Druck geeignet gewesen.

Bis heute berühmt, sind Gutenbergs lateinische Bibeln, die er zwischen 1452 und 1454 druckte. Von den etwa 180 Exemplaren der „Gutenberg-Bibel“ sind heute noch 49 Stück erhalten, die in den letzten Jahren in den seltenen Fällen des Verkaufs bis zu fünf Millionen Euro einbrachten. Ein Exemplar ist im Mainzer Gutenberg-Museum ausgestellt.  

Um das Jahr 2000 wurde Gutenberg mehrfach zum „Mann des Jahrtausends“ gewählt. Seine Gutenberg-Bibel wurde 2001 von der Unesco in die Liste „Memory of the World“ aufgenommen.