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Land und Leute: Die Schriftstellerin Gerty Spies

Gerty Spies. LpB RLP

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Die deutsche Schriftstellerin mit jüdischem Hintergrund wuchs in Trier auf und wurde 1943 nach Theresienstadt deportiert -  und überlebte. Zu den Motiven ihres literarischen Schaffens sagte sie einmal, sie seien der Versuch, "wiederzugeben, zu was der Mensch fähig ist, im Guten wie im Schlechten, und wie der Wille zum Leben, zur Liebe, zur Schönheit eine ungeahnte Kraft in uns zu erwecken vermag. (...)"

Gerty Spies wurde am 13. Januar 1897 als Gertrud Gumprich in Trier geboren. Ihr Vater Sigmund war ein jüdischer Kaufmann und Mundartdichter. In den 1920er Jahren heiratete die gelernte Kindergärtnerin, nahm den Namen "Spies" an und zog mit ihrem Ehemann nach Freiburg. 1929 erfolgte ein weiterer Wohnortwechsel nach Schwabing bei München, wo die Schriftstellerin bis zu ihrem Tod ihren Lebensmittelpunkt hatte. Sie begann dort, Gedichte und Märchen zu schreiben.

Mit dem Beginn der Nazi-Herrschaft 1933 wurde Gerty Spies, geschieden und allein erziehende Mutter, zunehmend gesellschaftlich isoliert. Ab 1939 hatte sie zwangsweise in einem Münchener Verlag zu arbeiten. 1942 schließlich wurde sie in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Von dieser Zeit schreibt sie in der - in den 1950er Jahren verfassten - Autobiographie "Drei Jahre Theresienstadt". Diese wurde erst 1984 publiziert. Auch ihr Erzählband "Das schwarze Kleid" handelt von dieser schrecklichen Zeit. Trotz ihres Schicksals engagierte sich Gerty Spies nach dem Zweiten Weltkrieg wieder in ihrer Wahlheimat München: bei dem "Bayerischen Hilfswerk für die durch die Nürnberger Gesetze Betroffenen". 1984 wurde Gerty Spies zur Ehrenvorsitzenden der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit ernannt. Ein weiteres Werk der Schriftstellerin ist "Bittere Jugend" über Leben und Überleben während des Nationalsozialismus. 1987 erhielt Gerty Spies das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Sie starb am 10. Oktober 1997 hundertjährig in München.

Der Gerty-Spies-Literaturpreis

Mit dem Gerty-Spies-Literaturpreis der Landeszentrale für politische Bildung werden jährlich literarische Arbeiten zu gesellschaftspolitischen Themen gefördert. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird seit 1996 verliehen.

Im Jahr 2017 wurde der SchriftstellerRalf Rothmannmit dem Gerty-Spies-Literaturpreis ausgezeichnet.