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Ausstellung "45 Jahre Bürgerrechtsarbeit deutscher Sinti und Roma"

Foto: Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma

Foto: Gedenkveranstaltung vor dem Brandenburger Tor am 50. Jahrestag der NS-Entscheidung zur "Vernichtung durch Arbeit", September 1992 (Quelle: Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma).

Die Ausstellung würdigt den langen Kampf der Sinti und Roma um Bürgerrechte, gesellschaftliche Akzeptanz, Anerkennung der an ihnen begangenen Verbrechen im Nationalsozialismus und um eine Entschädigung der Opfer. Die vom Zentralrat Deutscher Sinti und Roma entwickelte Ausstellung wird vom 14. Mai bis 12. August 2018 in der Gedenkstätte KZ Osthofen gezeigt

Erst durch die politische Selbstorganisation der Betroffenen und der Gründung einer Bürgerrechtsbewegung wurde es möglich, die nach 1945 fortbestehenden rassistischen Denkmuster und die Deutungshoheit der ehemaligen Täter zu brechen und einen gesellschaftlichen Wandlungsprozess einzuleiten.

Über 500.000 der seit mehr als 600 Jahren in Deutschland beheimateten Sinti und Roma wurden im Nationalsozialismus ermordet. Nach 1945 blieb das rassistische Gedankengut bestehen – ehemalige Täter machten weiter Karriere, Strafverfahren gegen sie wurden schnell wieder eingestellt. In einem Grundsatzurteil von 1956 verweigerte der Bundesgerichtshof den Sinti und Roma Entschädigungsansprüche nach dem Bundesentschädigungsgesetz (BEG) und begründete dies mit rassistischen und diskriminierenden Argumenten. Erst ab den 1970er Jahren konnten Sinti und Roma durch teils öffentlichkeitswirksame Aktionen (bspw. Hungerstreik im ehemaligen KZ Dachau) erste Erfolge in ihrer Bürgerrechtsarbeit erzielen. 1982 gründete sich schließlich der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma mit Sitz in Heidelberg, im selben Jahr erfolgte eine offizielle Anerkennung des Völkermordes durch den damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt. Ab den 1980er Jahren gab es erste Erfolge im Kampf um eine materielle Entschädigung der in der NS-Zeit verfolgten Sinti und Roma, 1995 wurden sie schließlich offiziell als nationale Minderheit in Deutschland anerkannt. Bis heute existieren allerdings weitverbreitet Vorbehalte gegenüber den Sinti und Roma in Deutschland, die oft auf Vorurteilen und Stereotypen beruhen und eine andauernde Aufklärungs- und Bürgerrechtsarbeit nötig machen.

Die Ausstellung kann zu den regulären Öffnungszeiten der Gedenkstätte besucht werden, von Dienstag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen von 13 bis 17 Uhr.

Kooperationspartner der Ausstellung sind der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma, das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma Heidelberg und der Verband Deutscher Sinti und Roma / Landesverband Rheinland-Pfalz.