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Landeszentrale für politische Bildung RLP

Projektgruppe Zivile Konfliktbearbeitung

Mazedonien 2016: Friedensbildung meets Balkan-Routen. Zwei partizipative Forschungsprojekte kritisch diskutiert

Partizipative Ansätze wie Aktionsforschung, Praxisforschung, Participatory Activist Research oder Transdisziplinarität haben in der Friedens- und Konfliktforschung eine lange Tradition. In den vergangenen Jahrzehnten sind Ansätze der partizipativen Forschung immer wieder diskutiert worden, aber auch praktisch angewandt worden. Partizipative Forschung nimmt dabei in der Friedens- und Konfliktforschung aber eher eine Randstellung ein.

 

Anhand ihrer partizipativen Forschungsprojekte wollen Esther Binne und David Scheuing beleuchten, welche Zugänge sie selbst gewählt haben, welche Chancen und Risiken damit verbunden sind und wie dies eine andere Form des Forschens ermöglicht hat. Beide Forschungen wurden in der (ehemaligen jugoslawischen) Republik Mazedonien im Jahr 2016 durchgeführt.

 

Esther Binne berichtet über ihre Forschung mit der NGO LOJA. Diese versucht in Kooperation mit den mazedonischen Universitäten Friedensbildung als Bestandteil der Lehrer*innenausbildung zu verankern und damit einen Wandel in der Gesellschaft zu ermöglichen, indem die ausgebildeten Lehrer*innen später beispielsweise vorurteilskritische Lehre machen. Die Masterarbeit beleuchtet den Weg hin zu dieser Verankerung, die aktuellen Aushandlungen und Wege voran. Dabei wurde das Erkenntnisinteresse gemeinsam aus wissenschaftlichen Fragen zur Inter-/Multiethnizität als auch aus Fragen der Organisation zur Weiterführung des Projektes entwickelt.

 

David Scheuing berichtet über ein Forschungsprojekt zu kollaborativen Kartierungen der sogenannten Balkan-Route aus Perspektive der Geflüchteten auf der Route. Partizipatives Kartieren ist seit einigen Jahren ein wichtiges Instrument, um Perspektiven und politischen Ansprüchen von Minderheitspositionen Gehör zu verschaffen. Das Forschungsprojekt erkundete, wie sich das in einem möglichst offen partizipativen Umfeld auch für die Politisierung der Balkan-Route(n) umsetzen lässt.

 

Welche Vorteile, Chancen und Risiken bieten die partizipativen Ansätze für die Friedensforschung? Wie kann partizipative Forschung heute aussehen und wem dient sie? Was sind die Gefahren einer kollaborativen Aushandlung des Forschungsinteresses mit den Ko-Forschenden? Welche Rolle kann Friedensbewegung selbst im Forschen einnehmen?

 

Die Referent*innen:

Esther Binne (M.A.) hat Friedens- und Konfliktforschung, Ethnologie und Europäische Ethnologie studiert. Sie arbeitet als Koordinatorin für den Grund- und Aufbaukurs in gewaltfreier Konfliktbearbeitung für Menschen mit Fluchterfahrung in der KURVE Wustrow. Für die KURVE Wustrow war sie ein Jahr lang als Junior-Friedensfachkraft in Mazedonien. Sie ist ausgebildete Beraterin für gewaltfreie Konflikttransformation und Soziale Bewegungen und arbeitet freiberufliche als Trainerin.

 

David Scheuing (M.A) hat Friedens- und Konfliktforschung, Politikwissenschaft und Humangeographie studiert. Seine Masterarbeit behandelt den Entstehungsprozess des Balkan-Routen-Korridors und der Rolle der intermediären Akteure dabei. Er arbeitet derzeit als Projektkoordinator für das Projekt „Love-Storm:Gemeinsam gegen Hass im Netz“ zu zivilgesellschaftlichem Engagement gegen Hate Speech im Internet. Er engagiert sich in pazifistischen und antimilitaristischen Bewegungen und setzt sich für die Internationalisierung der Friedensbewegung ein.

 

 

 

Vortrag

Ort: 55116 Mainz, Landeszentrale für politische Bildung RLP

Vortrag
Veranstaltet von:
pax christi-Diözesanverband Limburg
pax christi-Diözesanverband Mainz
Zentrum Ökumene der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau
Bistum Mainz
DFG-VK Bildungswerk Hessen e.V.
Landeszentrale für politische Bildung RLP
Informationen bei:
pax christi-Diözesanverband Limburg
 06172/928679
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Zusatzmaterial:

Veranstaltungsreihe: Projektgruppe Zivile Konfliktbearbeitung

Ziel der Kooperation im Rahmen der Projektgruppe Zivile Konfliktbearbeitung ist es, Projekte und Methoden der zivilen, gewaltfreien Konfliktbearbeitung und des Zivilen Friedensdienstes bekannter zu machen, zu ihrer Weiterentwicklung beizutragen und hierfür in der Region Rhein-Main ein Netzwerk zivilgesellschaftlicher Gruppen und Organisationen aufzubauen.
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