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Gerty-Spies-Literaturpreis 2017 an Ralf Rothmann

Der Schriftsteller Ralf Rothmann erhält 2017 den mit 5.000 Euro dotierten Gerty-Spies-Literaturpreis der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz (LpB).

LpB-Direktor Bernhard Kukatzki: "Ralf Rothmann erhält die Auszeichnung als ein Seismograph mit Empathie, ein Maler und Komponist des Schreibens. Er betrachtet seine Protagonisten sowohl als Individuen wie auch als Teil einer gesellschaftlichen Schicht. 

Rothmann schreibt über die Welt kleiner Leute, über Lebensläufe, Zeitabschnitte und das Scheitern. Was kann man tun? Wie handeln? Seine Romane stiften an zur Reflexion und verbinden ihn so mit Gerty Spies, der Namensgeberin unseres Preises." 

Die Verleihung des Gerty-Spies-Literaturpreises 2017 an Ralf Rothmann findet am Mittwoch, dem 29. November 2017, um 19.00 Uhr im Foyer des SWR-Funkhauses Mainz statt.

Die Jury-Begründung: 

Rothmann spürt die existenziellen Ängste und Nöte seiner Protagonisten auf und beschreibt sie mit Empathie und Wärme, zuweilen mit einem Hauch Ironie. Seine Romane sind lebhaft, facettenreich und sicher durchkomponiert. Beim Schreiben nimmt er auch Naturmystik, Bibelzitate und Kitsch auf. Gleichzeitig gibt seine mitunter derbe Sprache Abstand und bewahrt seine Milieustudien davor, anbiedernd zu werden. Was ihn auszeichnet, ist die Fähigkeit, Erfahrungen der Wirklichkeit eindrucksvoll in Sprache zu übersetzen. Er sagte einmal: "Ich erfinde nichts. Worüber ich schreibe, das habe ich irgendwie erfahren." 

Ralf Rothmann, 

am 10. Mai 1953 in Schleswig geboren, wuchs im Ruhrgebiet auf. Nach Volksschule und Besuch der Handelsschule machte er eine Maurerlehre, arbeitete mehrere Jahre auf dem Bau und danach u. a. als Drucker, Krankenpfleger und Koch. Er lebt seit 1976 in Berlin.

Der Gerty-Spies-Literaturpreis

ist nach der 1897 in Trier geborenen Schriftstellerin Gerty Spies benannt, die am 10. Oktober 1997 hundertjährig in München gestorben ist. Als Holocaust-Überlebende kämpfte sie mit ihren Gedichten und Erzählungen wider das Vergessen.

Über den Gerty-Spies-Literaturpreis

Mit diesem Preis werden literarische Arbeiten zu gesellschaftspolitischen Themen gefördert. Seit 1996 verleiht die LpB den mit 5.000,- EUR dotierten Gerty-Spies-Literaturpreis.

Der Preis ist nach der 1897 in Trier geborenen Schriftstellerin Gerty Spies benannt worden. Als Jüdin wurde sie 1942 ins KZ Theresienstadt deportiert. Dort begann sie zu schreiben, um auch geistig zu überleben. Gerty Spies starb am 10. Oktober 1997 im Alter von 100 Jahren in München. Ausführlicher werden Sie in unserm Blatt zum Land, "Die Schriftstellerin Gerty Spies", informiert.

Bisher wurden mit dem Gerty-Spies-Literaturpreis ausgezeichnet:

  • Jean-Philippe Devise (1996)
  • Dr. Christiane Schmelzkopf (1998)
  • Gabriele Weingartner (2000)
  • Prof. Dr. Johano Strasser (2002)
  • Ruth Almog (2004)
  • Peter Härtling (2006)
  • Katja Lange-Müller (2008)
  • Dr. Juli Zeh (2009)
  • Günter Wallraff (2010)
  • Christoph Hein (2011)
  • Friedrich Christian Delius (2012)
  • Eva Menasse (2013)
  • Navid Kermani (2014)
  • Ursula Krechel (2015)
  • Ulrich Peltzer (2016)

Hier finden Sie die Satzung zur Vergabe des Gerty-Spies-Literaturpreises!

Ansprechpartner

Bernhard Kukatzki

E-Mail: bernhard.kukatzki(at)politische-bildung-rlp.de

06131 - 16 29 71

Ansprechpartner

Rainer Ullrich

E-Mail: rainer.ullrich(at)politische-bildung-rlp.de

06131 - 16 29 77