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Pressemitteilung

Pressemitteilung vom 29-9-2011: Christoph Hein erhielt Gerty-Spies-Literaturpreis 2011

Christoph Hein erhielt Gerty-Spies-Literaturpreis 2011

Christoph Hein erhielt den mit 5.000 Euro dotierten Gerty Spies-Literaturpreis der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz heute im SWR-Funkhaus in Mainz überreicht

Der Schriftsteller, Übersetzer und Essayist Christoph Hein erhielt heute den von der Landeszentrale für politische Bildung (LpB) mit 5.000 € dotierten Gerty-Spies-Literaturpreis 2011. Im Foyer des Landesfunkhauses des SWR in Mainz sprach nach der Begrüßung durch Dr. Dieter Schiffmann, Direktor der LpB, Staatssekretärin Vera Reiß ein Grußwort. Die Laudatio auf Christoph Hein hielt Jurymitglied Prof. Dr. Martin Lüdke.

Hein wörtlich: "Ich freue mich über den Preis, ich bin hoch geehrt." Er sprach sehr persönlich über Gerty Spies und ihre "unglaubliche Biografie", vor allem die Zeit nach 1945. Mit vertonter Lyrik von Christoph Hein begleitete der Komponist und Musiker Wenzel die Preisverleihung musikalisch.

Dr. Dieter Schiffmann lobte den Preisträger: "Christoph Hein deckt viele literarische Felder ab: Theaterautor und Dramaturg, Prosaschreiber, Essayist und Lyriker mit musikalischen Neigungen. Nüchtern und sehr subtil spiegelt sich im Schicksal von Haupt- und Nebenfiguren Christoph Heins das wahre Gesicht einer Diktatur. Auch in den nach 1989 geschaffenen Werken, die den großen Umbruch in seinen Wirkungen im kleinen, alltäglichen Leben zum Gegenstand haben, wird die große Geschichte nur indirekt fassbar. "Landnahme" ein ganz eigenartiger Gang durch die Nachkriegsgeschichte und die Geschichte der DDR, zeigt das Leben des Protagonisten wie das der Gesellschaft in mit großem Einfühlungsvermögen beschriebenen Personen, die irgendwann seinen Weg gekreuzt haben."

Christoph Hein,

in Heinzendorf/Schlesien am 8. April 1944 geboren, zog nach dem Krieg mit seiner Familie nach Bad Düben bei Leipzig. 1967 - 1971 studierte er Philosophie und Logik an der Universität Leipzig und dann an der Humboldt Universität Berlin. Von 1974 bis 1979 arbeitete Hein als Hausautor an der Volksbühne Berlin. Der Durchbruch gelang ihm 1980 mit "Einladung zum Lever Bourgeoise".

Sein erfolgreichstes Werk war 1983 "Die Wahre Geschichte des Ah Q". Er übersetzte u.a. Werke von Jean Racine und Molière. Von 1998 - 2000 war Christoph Hein erster Präsident des gesamtdeutschen PEN-Clubs. Bis Juli 2006 war Hein Mitherausgeber der Wochenzeitung "Freitag".

Der Gerty-Spies-Literaturpreis

ist nach der 1897 in Trier geborenen Schriftstellerin Gerty Spies benannt, die am 10. Oktober 1997 hundertjährig in München gestorben ist. Als Holocaust-Überlebende kämpfte sie mit ihren Gedichten und Erzählungen dafür "zu verzeihen - aber nicht zu vergessen" und "das Herz rein zu halten von Hass- und Rachegefühlen". Die bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger waren:

1996 Jean-Philippe Devise     

1998 Dr. Christiane Schmelzkopf

2000 Gabriele Weingartner

2002 Johano Strasser

2004 Ruth Almog

2006 Peter Härtling

2008 Katja Lange-Müller    

2009 Juli Zeh    

2010 Günter Wallraff